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Open Nationalmannschaft

Auken, Sabine (Jahrgang 1965) 

 
Es war einmal ... vor vielen, vielen Jahren. Ich war ein Bücherwurm und verschlang einen Agatha Christie Roman nach dem anderen. Mein Lieblingsheld war der belgische Detektiv Hercule Poirot. In einem seiner Abenteuer wurde während eines Robberbridgeabends ein Mord begangen. Wer war der Täter? Mit seinem detektivischen Scharfsinn analysierte Poirot die bridgespielerischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler und erkannte bald, nur eine(r) konnte es gewesen sein. Ich war fasziniert. Bridge, was war das für ein Spiel?  
  
Auf in die nächste Buchhandlung, die glücklicherweise ein Anfängerbuch im Regal stehen hatte. Aber ach, ich verstand nur Bahnhof. Das war alles viel zu kompliziert, und außerdem musste man zu viert sein. Ich war ja ganz allein. Das war wohl nichts für mich. Wie der Zufall es wollte, wurde ich kurz darauf von meinem Klassenkammeraden Michael Gromöller zu seinem 14. Geburtstag eingeladen. Seine Eltern, die „Helmis“, gehörten zur deutschen Bridgeelite. Als ich auf die Geburtstagsquizfrage „Was ist Bridge?“ zügig meine neuerworbenen Kenntnisse vortrug, waren sie begeistert. Es wurde beschlossen, ich müsste dieses Spiel lernen. Das Haus der Familie Gromöller wurde bald zu meinem zweiten Zuhause. Nie werde ich die stundenlangen Diskussionen bis in die frühen Morgenstunden nach jedem Bridgeabend im Bamberger Bridgeclub vergessen.  
  
Viel Zeit ist seitdem verflossen und Bridge hat mich durch mein ganzes Leben begleitet. Es gab viele Siege und noch mehr Niederlagen. Ich bin durch die ganze Welt gereist und habe Länder besucht, von denen ich noch nicht einmal im Geographieunterricht gehört hatte. Ich habe in Sportstadions und Zelten, auf Campingplätzen, in feinen Hotels, Millionärsvillen, Präsident- und Königspalästen gespielt. Überall habe ich Gleichgesinnte gefunden, der Ort spielte keine Rolle, die Hautfarbe, Religion, Politik und Geschlecht spielten keine Rolle. Am Bridgetisch konkurrieren alle unter gleichen Bedingungen und die Begeisterung für dieses Spiel knüpft ein festes Band der Freundschaft quer über kulturelle, religiöse und soziale Unterschiede mit Menschen, die man unter anderen Umständen niemals kennengelernt hätte.  
  
Meine Söhne Jens Christian und Maximilian haben gelernt, wie man Bridge spielt. Aber sie sind keine Bridgespieler. Das ist auch gut so. Ein jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden. Kann ich mir ein Leben ohne Bridge vorstellen? Warum sollte ich? Ich habe viel zu viel Spaß und ein Kartenspiel kann ich selbst auf die einsame Insel mitnehmen!  
  
**Meine Bridgeerfolge**
  
Nationale Meisterschaften:

- 13 Deutsche Meisterschaften
- 14 Nordamerikanische Meisterschaften, darunter Vanderbilt und Spingold
- 5 Dänische Meisterschaften
- 3 Italienische Meisterschaften

Internationale Meisterschaften:

- 1985: Common Market Women’s Pairs Championships
- 1989: European Women's Team Championships
- 1994: European Mixed Pairs Championships
- 1995, 1997, 2001: European Women's Pairs Championships
- 1995, 2001: Venice Cup
- 2000: European Mixed Teams Championships
- 2004: World Mixed Team Championships
- 2008: Buffet Cup
- 2013: European Open Pairs Championships
- 2014: World Mixed Team Championships
- 2016: Slava Cup
- 2016: South American Bridge Championships
- 2016: Spingold Master KO Teams
- 2016: Open Pairs World Championship

Fritsche, Jörg (Jahrgang 1962)

 
Familienstand: in fester Beziehung, eine Tochter (27), ein Sohn (11)

Berufliche Entwicklung: Abitur, Studium, aktuell IT-Manager bei einer großen deutschen Versicherung
 
Bridge Clubs: Mannheimer Bridge Club, Bamberger Reiter

Bridgepartner aktuell: Klaus Reps und Susanne Kriftner.
Frühere Bridgepartner: Detlev Piekenbrock, Stefan Back, Raoul Balschun, Reiner Marsal, Roland Rohowsky, gelegentlich Claus Daehr, Michael Gromöller und Helmut Häusler.

Begonnen mit Bridge: 1980 an der Volkshochschule zusammen mit meinen Eltern. Wir waren eine Kartenspieler-Familie (Canasta, Romme, Skat, Doppelkopf, Mau-Mau, 66) und hatten 10 Doppelstunden gebucht. Wir dachten, am 1. Abend erklärt man uns mal schnell Bridge, und dann wird 9 Abende nett gespielt. Es war dann doch schwieriger als gedacht, aber wir sind alle bis heute mit Begeisterung dabei.

Lieblingsysteme: Transfer Walsh mit Klaus Reps,  Blue Club mit Susanne Kriftner. Großer Fan von Gazzilli und Transfers in allen Lebenslagen.

Nationale Erfolge: 15 Deutsche Meisterschaften, viele zweite und dritte Plätze, Sieger Gros Supercup 2014

Internationale Erfolge: Nationalspieler 1987 in Valkenburg, Champions Cup 2011 (4.), 1. Plätze in Loiben 2007 und 2011, Pula 2007, Reykjavik 2013, Champions Cup 2016 (3.), German Bridge Trophy 2016 (2.), 2018 (1.), 2019 (2.). Mehrere Teilnahmen bei Weltmeisterschaften in Team- und Paarwettbewerben. 

In den Jahren 2006 bis 2014 zahlreiche Einsätze in der deutschen Open-Nationalmannschaft. Leider mit, wie sich 2015 herausstellte, unsauber spielenden Komplementären. Daher sind die in der Zeit erspielten Plätze und Medaillen für mich wertlos und werden hier nicht erwähnt. 

Kapitän der deutschen Damen bei den Europameisterschaften 1995 in Vilamoura (Silber) und den Weltmeisterschaften 2001 in Paris (Gold), Kapitän des deutschen Open Teams 1999 in Malta, Kapitän des deutschen Seniorenteams 2016 in Budapest

Seit vielen Jahren Mitglied im Sportgericht, seit 2016 außerdem im Sportausschuss.

Linde, Julius (Jahrgang 1976)

Bridgelehrer aus Göttingen.

Kurz vor dem 14. Geburtstag über die Mutter zum Bridge gekommen.

Diverse internationale Einsätze im Nachwuchsbereich, später Kapitän der Junioren- und Damennationalmannschaft. 

Seit 2015 Spieler des Open Teams. 

Reps, Klaus (Jahrgang 1970)

 
Ich bin 1970 geboren und seit 1991 hauptberuflich als Bridgelehrer tätig. Ich bin Juniorenweltmeister 1993, war 1995 Kapitän der Damenweltmeistermannschaft, habe (Stand 2017) 16 Deutsche Meisterschaften gewonnen und Deutschland zwischen 1993 und 2004 regelmäßig in der Nationalmannschaft vertreten.  
  
**Aber zunächst die Anfänge …**  
  
Begonnen habe ich mit Bridge im Alter von 13 Jahren. Ich habe das Spiel von meinen Eltern gelernt, die aber damals auch noch in ihren Anfängen steckten, so dass ich leider nicht das Glück hatte, gleich an einen richtig qualifizierten Lehrer zu geraten. Und so spielte ich die ersten drei Jahre ziemlich ziel- und anleitungslos im Bridgeclub Frankenthal vor mich hin, wo ich auch im ersten Jahr mit ziemlicher Regelmäßigkeit unter den letzten Dreien landete.  
  
**Warum ich das erzähle?**  
   
Um allen Spielern im Verband, denen es ähnlich gegangen ist oder vielleicht gerade ähnlich geht, ein bisschen Mut zu machen. Alle Spieler, die man hier sieht, und die gerade Nationalspieler werden wollen, haben mal klein angefangen. Niemand hat dieses Spiel in Null komma nichts gelernt haben und bereits nach zwei Monaten aufgrund seines außerordentlichen Talentes die Turnierszene beherrscht. Dazu ist Bridge viel zu komplex und kompliziert, was aber auf der anderen Seite wieder den Reiz von Bridge ausmacht.  
  
Es gibt einfach kein Spiel, das so faszinierend ist wie Bridge und in das es sich so sehr lohnt, Zeit und Arbeit zu investieren. Gleichzeitig ist Bridge aber auch ein furchtbar frustrierendes Spiel, denn nichts zeigt einem die eigene Fehlbarkeit so sehr auf. Und auch wenn man das Gefühl hat, nicht weiter zu kommen: Es stimmt nicht! Zu Anfang sind die Schritte, die man nach vorne macht, relativ groß. Je mehr man kann desto kleiner werden sie allmählich und irgendwann werden sie so klein, dass man sie nicht mehr bemerkt und das Gefühl hat auf der Stelle zu treten. Trotzdem lernt man bei jeder Hand, die man spielt, etwas dazu.  
  
**Das Wichtige ist: Man darf nicht aufgeben!**    
  
Und das habe ich nie gemacht und irgendwann wurde ein ganz passabler Bridgespieler aus mir. In meiner Entwicklung habe ich von vielen Freunden und Partnern sehr viel gelernt. Peter Gondos, Michael Gromöller, Roland Rohowsky, Daniela von Arnim und Bernard Ludewig waren die Spieler, von denen ich am meisten gelernt und profitiert habe.  
  
Der Durchbruch kam dann als 23-jähriger im Jahre 1993 mit der überraschenden Qualifikation für die Open-Nationalmannschaft, dem Gewinn des Junioren-Weltmeistertitels und den ersten beiden Deutschen Meisterschaften. Darauf folgten dann bis 2004 zahlreiche Auftritte in der Open-Nationalmannschaft, sowie der Gewinn mehrerer Deutscher Meistertitel. Im Jahr 2005 verlegte ich (mit einer kurzen Unterbrechung) dann meinen Lebensmittelpunkt auf die griechische Insel Kos, wo ich dann das Bridgespielen deutlich eingeschränkt habe. Ich habe zwar den Kontakt zur Bridgeszene nie verloren (es kamen auch noch 2 Deutsche Meistertitel dazu), aber es traten andere Sachen in den Vordergrund. Nach dem unerwarteten Tod meines Partners, Bernie Ludewig, hörte ich im Jahre 2012 dann mit dem Bridge allerdings nahezu komplett auf.  
  
Im Jahr 2015 beschloss ich jedoch meine Zelte auf Kos abzubrechen und wieder aktiv mit dem Bridge anzufangen. Ich lebe seit Herbst 2015 in Frankfurt und spiele seitdem wieder deutlich mehr und auch sehr gerne, was an der (nach einigen normalen Anfangsschwierigkeiten) gut funktionierenden Partnerschaft mit Jörg Fritsche liegt, mit dem das Spielen sehr viel Spaß macht und noch hoffentlich lange machen wird …
 

Schwerdt, Christian (Jahrgang 1958)

 
Rechtsanwalt, verheiratet,5 Kinder

Hobbygolfer mit wechselndem HCP (derzeit 10,6 )

Bridge über die Eltern mit 13 begonnen. Erste Dt.Meisterschaft 1978 mit Peter Gondos, letzte im Sommer 2019  mit Julius Linde 

Disziplinaranwalt des DBV

Welland, Roy (Jahrgang 1962)

Ich bin mit Zahlen und Wahrscheinlichkeiten aufgewachsen. Die Welt der Aktien und Optionen hat mich am meisten fasziniert. Mein Vater war Mathematik-Professor an der Universität von Chicago. Er nahm mich häufig mit und während er seine Vorlesungen abhielt, spielte ich Schach und Go mit seinen Professorenkollegen. Ich stand schon mit sehr jungen Jahren auf eigenen Beinen. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich mit allen erdenklichen Spielen, mit denen man Geld verdienen kann: Billard, Schach, Backgammon und Poker.  
  
Als ich 18 Jahre alt war, beschloss ich zusammen mit einem Freund, Sylvester in New York zu feiern. Danach hatte ich nicht genug Geld, um wieder nach Hause zu kommen. Also blieb ich. Mein Traum war, einen, irgendeinen, ganz egal welchen, Job an der New York Stock Exchange zu bekommen. In der Nacht spielte ich Poker und in der Früh zog ich Anzug und Krawatte an und machte mich auf zur Wall Street, um zu versuchen bei irgendeiner Firma einen Fuß in die Tür zu bekommen. Es war aussichtslos.  
  
In dem Club, in dem ich nachts Poker spielte, wurde am Nachmittag Bridge gespielt. Eines Morgens, als ich wieder einmal in Anzug und Krawatte wechselte, beobachtete mich die junge Turnierleiterin und fragte verwundert, wie ich denn die ganze Nacht durch Poker spielen und dann auf die Arbeit gehen könnte. Ich erklärte, dass ich nur auf der Suche nach einem Job an der Wall Street war, aber leider bisher noch nichts hatte finden können. Sie erzählte mir dann von zwei Bridgespielern, die viele andere Bridgespieler als Optionshändler an der Börse anstellen. Mein Plan war sofort gemacht, ich begann Bridge zu spielen. 1986 gewann ich die ACBL Rookie of the Year „Ace of Clubs“ Auszeichnung. Ein paar Monate später wurde mir ein Job als Optionshändler an der America Stock Exchange angeboten. Mein Traum hatte sich erfüllt.  
  
Je erfolgreicher ich an der Börse wurde, je weniger Zeit hatte ich für Bridge. Als 1997 meine Zwillingssöhne Christopher und William geboren wurden, hielt ich dann ein paar Jahre Pause, Arbeit und Familie hatten Vorrang. Im Sommer 2000 begann ich wieder etwas mehr zu spielen. Ich hatte Erfolg mit verschiedenen Partnern, u.a. Björn Fallenius, Chris Willenken und meiner Frau Christal. Im Laufe der Jahre veränderten sich meine berufliche und familiäre Situation und ich spiele jetzt mehr Bridge denn je. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen als mit Sabine zusammen die fernsten Ecken der Welt zu entdecken, interessante Menschen und Kulturen kennenzulernen und dabei am Bridgetisch Freunden aus der ganzen Welt zu begegnen. Es hört einfach nie auf Spaß zu machen. Mein größter Bridgetraum war seit jeher, mich für den Bermuda Bowl zu qualifizieren. Sowohl Sabine als auch ich sind unheimlich stolz darauf, Deutschland bei dieser Weltmeisterschaft in Lyon vertreten zu dürfen.  
  
**Meine Bridgeerfolge**

- 2001: Cavendish Invitational Teams
- 2001: North American Reisinger Championship
- 2003: European Mixed Team Championships
- 2003: North American Spingold Knockout Teams
- 2005: Cavendish Invitational Teams
- 2005: North American Open Board-a-Match Teams Championship
- 2006: North American Open Swiss Teams
- 2006: Warren Buffett Cup
- 2007: North American Open Pairs Championship 
- 2007: North American Vanderbilt Knockout Teams
- 2010: Moscow Invitational Slava Cup 
- 2013: North American Vanderbilt Knockout Teams
- 2013: European Open Pairs Championships 
- 2014: Italian Mixed Teams Championships    
- 2014: North American Open Swiss Teams
- 2014: World Mixed Team Championships, Sanya
- 2016: Moscow Invitational Slava Cup
- 2016: South American Bridge Championships
- 2016: Spingold Master Knockout Teams
- 2016: World Bridge Games Open Pairs Championships 

Daehr, Claus (Jahrgang 1955)

 
Non Playing Captain